VERLAG THOMAS RECHE

Seit 1988 erscheinen abseits der landläufigen Lesewege 
literarische und graphische Kostbarkeiten 
liebevoll gestaltet, sorgfältig gedruckt und gebunden
als signierte Erstveröffentlichungen.
Den Vorzugsausgaben liegen Originalgraphiken oder Photographien bei.

So sieht das Buch der Zukunft aus.   
Frankfurter Allgemeine Zeitung

Bibliophile Neuigkeiten

Hier gibts ein Divertimento von Büchern, Buch- und Bildermenschen, die auf dem Lese- und Lebensweg der Verlagsschnecke liegen. Viel Freude beim Stöbern auf dieser Seite und in den Reihen - es lohnt sich allemal, auch wenn jährlich nicht mehr als zwei oder drei Bücher erscheinen. Und, ach ja, schauen Sie sich doch auch mal die Editionen näher an, deren Beteiligte Ihnen - noch - gar nichts sagen. Es lohnt sich!

Der Verleger winkt!

Tauchen und Auftauchen

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach seinem Debut legt Hans Dieter Schäfer mit dem soeben erschienen Band Tauchen und Auftauchen dreißig unveröffentlichte Gedichte vor, die ihn als Lyriker von hohem Rang ausweisen. Perspektivenwechsel kennzeichnen die Texte, die Erlebtes von frühen Kindheitstagen bis in die allerjüngste Gegenwart erinnern und reflektieren. 

Durch die Verschränkung von Details und Erinnerungsfragmenten ergibt sich in den Gedichten Schäfers eine Erfahrung, die sich mit den Wachsbildern von Gert Wiedmaier verbindet. Diese erschließen sich ebenfalls nicht auf den flüchtigen Blick, sondern treten erst nach und nach hervor.

 

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Wie man im Gefängnis die Würde bewahrt...

und in äußerster existentieller Bedrängung durch Schreiben überlebt: Dies erzählt Liao Yiwu im zweiten Band seiner soeben erschienenen Gefängnistrilogie Gefängnis-Manuskript. Jürgen Brodwolf schuf zum Text acht Offsetlithographien, die in sepiaschwarz und jenem Rot gedruckt wurden, das die chinesische Fahne grundiert. Zu seinen figürlichen Darstellungen collagierte er ein Fragment aus dem Originalmanuskript des Autors.

Ein Text, der sich durch seine schonungslosen Offenheit einprägt, und Bilder, die in ihrer Eindringlichkeit an den Rand des Darstellbaren führen.

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Jürgen Brodwolf 90 Jahre

Heute, am 14. März 2022 wird er 90 Jahre alt - der Schweizer Bildhauer, Maler, Objektkünstler und Zeichners Jürgen Brodwolf, der seit fast zwei Jahrzehnten immer wieder einmal Editionen des Verlags begleitete und zu Texten über Grenzerfahrungen und scheinbare Situationen Graphiken schuf, die über die Bedrohung des Menschen hinaus auch Freiräume und Auswege aufzeigen.

Mit bewunderswerter Vitalität, erstaunlicher Konzentration und Schaffensfreude sitzt Brodwolf gerade über Zeichnungen für einen neuen Band von Liao Yiwu, der 2023 erscheinen wird und die Gefängnistrilogie des chinesischen Autors abschließen wird, nachdem er bereits früher Offsetlithographien und Objekte zu Publikationen von Robert Creeley und zwei Bänden mit des Texten des nigerianischen Nobelpreisträgers Wole Soyinka geschaffen hat.

Eine Grenzerfahrung besonderer Art

legen Péter Nádas und Susanne Theumer in dem soeben erschienenen Bericht Der eigene Tod vor. In diesem berührendem Stück Weltliteratur erzählt der ungarische Autor minutiös von einem Nahtoderlebnis als Folge eines Herzinfarktes. 

Susanne Theumer radierte zu diesem eindringlichen Text dreizehn Kupferplatten, die in der ersten Folge eine topographische Annäherung versuchen, in der zweiten Folge die Visionen des Autors aufgreifen, die sich unmittelbar nach dem Tod und dem Ende des Zeitkontinuums einstellten.

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Liebe Liebhaberinnen und Freunde schöner Bücher... 

wenn sich der bedeutendste Schriftsteller Chinas auf dem Papier mit einem legendären Schweizer Maler und Bildhauer trifft, entsteht fast zwangsläufig ein spannungsreiches Ensemble. Der bibliophile, sorgfältig typographisch gestaltete Band Gefängnis-Tempel vereint eine Erzählung und ein Gedicht des Friedenspreisträgers Liao Yiwu mit Graphiken von Jürgen Brodwolf.
Die Texte erscheinen sowohl in deutscher Übersetzung als auch in der chinesischen Originalfassung als vorletzte Publikation der Reihe Ligaturen. In seiner berührenden Erzählung Flötenspieler beschreibt Liao Yiwu, wie ihm ein betagter Mönch und Mithäftling die Kunst des Flötenspiels vermittelt. Durch diese Erfahrung gelingt es dem Autor, eine innere Haltung zu finden, die ihm in der Haft hilft, extreme Erniedrigungen und Mißhandlungen zu überstehen.
In dem Gedicht Gefängnis-Tempel verdichtet er seine Erlebnisse in einem großen historischen und religiösen Kontext. Jürgen Brodwolf verfremdete für diese Edition Photographien früherer Objekte im gesteuerten Kopierverfahren und überarbeitete sie anschließend mit Schleifwerkzeugen und Graphitstaub. Von den auf diese Weise entstandenen Druckfolien wurden die zwölf Graphiken in Schwarzbraun gedruckt.

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Mit herzlichem Gruß und meinem Dank für Ihre treue Wegbegleitung in schwieriger Zeit:

Ihr Thomas Reche im Dezember 2021

 

So ein Zirkus!

Liebe Freundinnen und Freunde bibliophiler Editionen,

heute möchte ich Sie auf ein Buch hinweisen, das gerade in Coronazeiten den Blick aufhellt, obgleich die Aufnahmen im Zwielicht von Wohnwagen und Zelt erfolgten: Die Rede ist von Walter Vogels Reportagebuch "Mit dem Zirkus unterwegs", das auf 72 Seiten im Großformat 30,2 x 20,6 cm Schwarzweißaufnahmen aus den frühen 60er Jahren versammelt, die den legendären, inzwischen 89jährigen und höchst vitalen Leicaphotographen von einer kaum bekannten Seite zeigen.

Gebunden in hochwertiges Leinen, das an Zirkusseide erinnert, versammelt Vogel Photographien aus ungewöhnlicher Perspektive. So gelang ihm eine atemberaubende Aufnahme der seinerzeit weltbesten Trapezartistin, Senora Mara, von der Zirkuskuppel nach unten. Er zeigt das Durcheinander in der Garderobe, das Morgentraining von Artisten, aber auch Menschen, die man während der Aufführung nicht sieht und die dennoch unverzichtbar sind wie der Hufeisenschmied für die Pferdenummer.

Seine Bilder sind so atmosphärisch, daß man sie förmlich riecht: "Schweiß- und Tierausdünstungen", an die sich Vogel in seiner Einführung erinnert, spiegeln sich in den Bildern wie Peitschenknall und Trommelwirbel. Abgerundet wird das Buch durch eine humorige Erinnerung Vogels an eine skurrile Reise nach Rumänien, dem Staatszirkus hinterher, und ein Gespräch mit dem Verleger.

Das Buch kann ab sofort beim Verlag bestellt werden; die limitierte Auflage beträgt 300 Exemplare, die auf dem eingebundenen Beiblatt signiert wurden. Es kostet 35,00 Euro. Dazu gibt es drei Vorzugsausgaben mit signierten Originalabzügen des großen Photographen auf Barytpapier
 

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Charles Simc trifft Jörn Vanhöfen

Zum zweiten Mal treffen sich der große amerikanische Dichter Charles Simic und der international renommierte Photograph Jörn Vanhöfen in einem Buch, was Andreas Platthaus in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unlängst als klassische Kombination feierte. Nachdem Vanhöfen bereits einen Essayband von Simic mit farbigen Aufnahmen begleitet hat, die in der Umgebung von Detroit entstanden, spannt er nun den Bogen mit seinen Schwarzweißphotographien bedeutend weiter und wählt Motive aus, die der Stimmung der Texte entsprechen wie die nebenstehende Nachtaufnahme in Berlin.

In dieser zweisprachigen Erstausgabe plaudert Charles Simic auf humorvolle Weise aus dem Nähkästchen: Über den Grund, weshalb er immer noch Gedichte schreibt, über sein Notizbuch, einen Bleistift, merkwürdige Vorkommnisse auf Lesetouren oder auf dem Stillen Örtchen. Im Titelessay "Dort unten zu Besuch" nimmt er den Leser mit auf eine Reise in die Provinz. Sorgfältig beobachtend gibt er einen kritischen Zustandsbericht über Land und Leute. 

 

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Günter Kunert ist tot.

Neumarkt, am 22. September 2019.

30 Jahre lang haben wir zusammen Bücher gemacht, Einblattdrucke in die Welt gesetzt, über Gott und mehr noch über die Welt geplaudert. Als ich vor wenigen Wochen wieder einmal nach Kaisborstel gefahren war, um mit Günter Kunert die Vorarbeiten für den geplanten Band mit Aufzeichnungen abzuschließen, traf ich den Neunzigjährigen ein wenig müde im Sessel sitzend, doch schon nach wenigen Sätzen unternehmungslustig und über das laufende Projekt schon ein weiteres nächstes und übernächstes planend.

Die Blätter für den Band mit dem kurios zweideutigen Titel Das Schlagen des Weihnachtsbaums als Familienereignis hatte er längst signiert, die Korrekturen gemacht, nun ging es um die graphische Ausstattung mit Radierungen von Susanne Theumer, die er noch gesehen hat. Die beiden hatten sich 2015 in Kaisborstel persönlich kennengelernt, es war ein humoriger Nachmittag, in dessen Verlauf allerhand Buchpläne geschmiedet wurden und, wie man oben sieht, auch viel gelacht wurde.

Das Buch wird nun als Erinnerungsband erscheinen und belegen, daß Kunert bis zuletzt wachen Auges und dabei nicht selten ironisch das Zeitgeschen kommentierte oder in der Erinnerung ganz tief ins vorige Jahrhundert blickte. Alle paar Tage haben wir telephoniert; aus dem Verhältnis Autor-Verleger war längst eine tragfähige Freundschaft gewachsen, und so fehlt mir nicht nur das gemeinsame Büchermachen, sondern die Wegbegleitung, die Unbeirrbarkeit und der Humor von Günter Kunert.

Thomas Reche

Wer gerne querweltein wandert...

wird dieses Buch auf besondere Weise schätzen: Die in changierendes Leinen gebundene, sorgfältig im Duplexdruck edierte Publikation flurgänger enthält eine Auswahl von Gedichten des Lyrikers Wulf Kirsten, die ein halbes Jahrhundert umspannen und durch Kaltnadelradierungen von Susanne Theumer eine Begleitung erfahren, die im Dialog auf graphische Weise weitererzählt oder interpretiert.

Im Zentrum der Lyrik Kirstens steht die Landschaft, durch die er sich als aufmerksamer Wanderer bewegt, vor allem jedoch der Mensch, der sie besiedelt und formt. Die Flucht als Kind vor einem unbekannten Tier, das Leben eines Obstpflückers, der hochbetagt von seiner Leiter „aus dem leben gestürzt" ist, eine Wanderung durch den Nebel, die Eltern, wie sie mühsam mit einer Steinwalze ihr Feld bestellen, nächtliche Kohlenschaufelei am Bahnhof, aber auch die Erinnerung an wortlose Sommerabende am See zu zweit sind Motive seiner Lyrik, mit der er als Fußgänger nicht weniger als die die Welt und sein Leben einsammelt. 

Susanne Theumer zeichnet und radiert seit Jahren zu Werken Wulf Kirsten, mit dem sie immer wieder ausgedehnte Wanderungen und Spurensuchen unternahm. Sie ist dem Autor deshalb auf besondere Weise nahe. Im Zentrum ihrer Arbeit steht der gefährdete Mensch in existentieller Situation, aber auch die Landschaft mit ihren geologischen Verwerfungen und agrarischer, architektonischer Umformung.

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Mit guten Wünschen für Ihren Lese- und Lebensweg:
Ihr Thomas Reche

Les Murray lebt nicht mehr.

Les Murray ist heute, am 29. April 2019 in Australien, nicht weit von seinem geliebten Tal Bunyah, gestorben. In den Bänden Heilige Kühe, Verschollen und Bunyah, die ich mit ihm edieren durfte, zeigen sich seine Sprachgewalt, seine unglaubliche, nicht übersetzbare Sprachmusik, seine Nähe zu Tieren und Menschen, seine sorgfältige Beobachtungsgabe, aber auch sein feiner Humor, der nun nur noch auf den Papierseiten sein Unwesen treiben darf.

Seit längerer Zeit befindet sich ein Auswahlband mit ihm in Vorbereitung, die Seiten dafür hat er schon signiert, nun wird es eine Nachlaßpublikation werden, die aber wachsen soll und wohl im nächsten Jahr erscheint. Das Bild zeigt ihn in der Nähe des Wirtshauses "Blaue Traube" in der oberpfälzischen Kleinstadt Berching, das wir aufsuchten, wann immer er sich in den vergangenen zehn Jahren in Deutschland aufhielt.

Ich vermisse ihn nicht nur als Autor, sondern mehr noch als Freund.

Thomas Reche

Frisch aus der Presse kommt soeben...

liebe Freundinnen und Freunde meines kleinen Verlags, der bibiophile, in changierendes grünblaues Leinen gebundene Band "Heimat oder der Betrug der Dinge" von Herta Müller. 

Das Buch enthält sechs Essays, in denen die Nobelpreisträgerin, stets autobiographisch fundiert, über Leben und Lebenswirklichkeit im kommunistischen Rumänien sowie in den frühen Jahren nach der Diktatur nachdenkt. In dem erstmals in Buchform veröffentlichen Essay Ein Ausweg nach innen beschreibt sie anschaulich, wie kindliche, sinnliche Erlebnisse bis heute ihre Lyrik prägen.
 

Barbara Klemm begleitet die Texte mit schwarzweißen Reportagephotographien, die in den siebziger und neunziger Jahren in Rumänien entstanden; sie sind zum Großteil unveröffentlicht, stimmen auf die die texte Herta Müllers ein und erzählen sie im Bild weiter.

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Herzliche Grüße und Ihnen eine gute Zeit trotz schwüler Hitzetage:
Ihr Thomas Reche

 

 


 

Liebe Buchstaben- und Bildermenschen,

heute möchte ich Sie auf eine vor kurzem erschienene Edition hinweisen, die außerhalb der Reihe erscheint: Hans Dieter Schäfers Essay Auf den Marmorklippen. Ernst Jünger am Vorabend des Zweiten Weltkriegs untersucht die autobiographischen Hintergründe von Ernst Jüngers Erzählung und deutet Auf den Marmorklippen als wesentliche Positionsbestimmung des Autors im Herbst 1939.

Ergänzt wird die Ausgabe durch sechs bislang unveröffentlichte Briefe Ernst Jüngers an seinen Bruder Friedrich Georg sowie einige ebenfalls ungedruckte Abbildungen. Die Ausgabe ist als fadengeheftete englische Klappbroschur gebunden, umfasst 80 Seiten im Format 25,0 x 17,1 cm. Die Auflage ist auf 400 Exemplare limitiert, der Buchhandelspreis 22,00 Euro.

Mit dieser kleinen Veröffentlichung schließt sich ein bibliophiler Kreis nach 30 Jahren: 1988 debutierte ich als Verleger und Erstsemesterstudent mit Hans Dieter Schäfers längst vergriffenem Lyrikband Heimkehr. Ernst Jünger lobte postwendend die gelungene Zeitverschränkung der Gedichte, warnte aber zugleich: Verlegerisch sind solche Editionen meist ein Opfer an Apoll.

Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Herzliche Grüße,
Ihr Thomas Reche

 

 

 

 

 

Nach längerer, nicht ganz freiwilliger Pause...

freue ich mich, Ihnen heute ein Buch der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller anzukündigen, das soeben erschienen ist und aufgrund der kleinen, signierten Auflage recht bald vergriffen sein könnte:


Herzwort und Kopfwort beleuchtet aus unterschiedlichen biographischen Perspektiven das Thema Exil. Ausgehend von eigenen Erinnerungen kommt die Autorin im Titelessay auf jene Exilanten zu sprechen, denen die Flucht aus Entmündigung, Entmenschlichung und Repression nur mit großen Verlusten und fragwürdigen Neuanfängen gelang.

Der zweite Essay umkreist ein Gefängnisbuch des regimekritischen chinesischen Schriftstellers Liao Yiwu, der heute in Berlin lebt. Herta Müller wertet es als Kopfinszenierung, die das Erlebte als Selbstgespräch mit allem, was geschehen ist, ins Gedächtnis zurückruft.

Begleitet wird die bibliophile Ausgabe von unveröffentlichten Schwarzweißbildern des Photographen Jörn Vanhöfen. Sie entstanden während der Wendezeit in Ostdeutschland und spiegeln Distanz und Fremdheitsgefühl der Umbruchzeit. Damit erfahren die Texte eine Ergänzung, die über gewöhnliche Illustration hinausgeht.

Hier gehts zum Buch.

Mit herzlichem Rundumgruß:

Ihr Thomas Reche


 

Gestern bleibt heute

Liebe Bücherfreundinnen, liebe Freunde schöner Editionen,

Angesichts der Turbulenzen um uns herum wollen wir im Gehirnzirkus des Lesens keine Vorstellungen absagen, sondern mit großen Täterätä ein Buch von Günter Kunert ankündigen, das am 6. März 2009 pünktlich zum 80. Geburtstag des Autors erschien: Gestern bleibt heute heißt der Band mit unveröffentlichten Erinnerungen an das Kriegsende in Berlin und ziemlich vergnüglichen Reflexionen des vitalen Autors. Paul Schaufe begleitet die Texte mit seinen Schwarzweißphotographien. Zur Feier des Tages hat sich der Verlag für vier unterschiedliche Vorzugsausgaben entschlossen, denen signierte Originalabzüge auf Barytpapier beiliegen - eine inzwischen seltene Technik mit längerer Lebensdauer als manche Analyse der aktuellen Lage. 

Da ist das Buch nicht nur Lese- sondern auch Lebensmittel.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Herumstöbern und grüße Sie herzlich an diesem Hagel- und Gewittertag!

Ihr Thomas Reche

Eine kleine Sensation...

Liebe Wort- und Augenmenschen,

nach längerer Pause freue ich mich darüber, Ihnen die neueste Publikation meines kleinen Verlages präsentieren zu dürfen, für die ich zwei Künstler von internationalem Rang  gewinnen konnte: Als Erstausgabe erscheint der Band Mandelas Erde mit Gedichten des Nobelpreisträgers Wole Soyinka, den Jürgen Brodwolf mit Offsetlithographien begleitet hat.
Die Vorbereitung des Buches hat über zwei Jahre in Anspruch genommen; dies lag vor allem an der Mehrdeutigkeit der Gedichte, die sich einer linearen Überstezung zunächst verschlossen, aber auch daran, daß Jürgen Brodwolf für die Bildbegleitung zwei Zyklen schuf, wobei letzterer auf der Überarbeitung von Offsetfilmen beruht und wir längere Zeit experimentierten, bis wir mit den Druckergebnissen zufrieden sein konnten.

Fast schon ist das Buch durch Vorbestellungen vergriffen, was kein Wunder ist bei dieser prominenten Besetzung und der kleinen Auflage: Die Normalausgabe beläuft sich nur auf 280 Exemplare, die Vorzugsausgabe auf insgesamt 120 Bücher, wobei es diverse Varianten gibt.

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Das alte Jahr geht...

das neue steht vor der Tür. Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern dieser Homepage bibliophile Freuden, Gesundheit, Zuversicht und helle Wege ins Neue Jahr. Das Bild entstand am gestrigen Nachmittag in Staffelstein.

Herzlich grüßt Ihr Thomas Reche

 

 

 

Wieder zieht ein Herbst ins Land...

... der bibliophile Ernte bringt: Péter Nádas berichtet in seiner 1962 entstandenen Erzählung Die Bibel von einem Jungen, der der kommunistischen Oberschicht angehört. Im Gefühlsbad der einsetzenden Pubertät tötet er seinen Hund und spürt die erwachende Sexualität, indem er sich zur Nachbarstochter, aber auch zu dem neuen Dienstmädchen hingezogen fühlt.

Ein fein gewebtes Debüt des großen ungarischen Erzählers, zu dem Susanne Theumer neun Kaltnadelradierungen geschaffen hat, die die düstere Stimmung und die Verwerfungen des Protagonisten sehr anschaulich transportieren.

Vier der Radierungen werden gerade von Meisterdrucker Heiner Bunte gedruckt, die Vorzugsausgabe ist lieferbar. und kann nur direkt beim Verlag bestellt werden.

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Einstmals in Wien...

Liebe Freundinnen und Freunde bibliophile Editionen -
 

dieses Bild mit dem aufmerksamen Herren und den beiden jungen Damen, die es sich 1983 im Wiener Rosengarten bequem gemacht haben, finden Sie in dem soeben erschienenen Erinnerungsband Wiener Leben. Setzen Sie sich doch einfach dazu!

Hans Dieter Schäfer imaginiert darin seine Studienjahre in Wien vor mehr als fünfzig Jahren. In biographischer Mosaikarbeit entsteht ein Abbild der Metropole samt ihrem menschlichen Inventar. Sinnlich erzählte Episoden spannen den Bogen von einer skurrilen Vermieterin über Nachtclub- und Tageslichterlebnisse hin zur Wahrnehmung einer Stadt, die auch nach Jahrzehnten für den Autor ihre suggestive Anziehung nicht verloren hat.

Walter Vogel begleitet den Band mit Schwarzweißaufnahmen, die Mensch und Stadt zusammenfinden lassen. Ein besonderer Leckerbissen bildet zweifellos die Vorzugsausgabe dieses Buches, die in drei Varianten signierte Originalabzüge des großen Photographen enthält und der großen Nachfrage wegen wohl bald vergriffen sein wird.   

Mit herzlichem Rundumgruß

Ihr Thomas Reche

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Kurt Löb ist tot.

Kurt Löb, seit mehr als zwanzig Jahren meinem Verlag mit großer Herzlichkeit und Engagement verbunden, starb gestern Nacht. Er war ein hervorragender Buchkünstler in bester bibliophiler Tradition und begleitete die von ihm illustrierten Bücher stets auch typographisch. Er war ein sehr genauer Leser und man konnte, wenn man mit ihm über das gerade laufende Projekt sprach, über seine Textkenntnisse nur staunen; er konnte die Werke nahezu auswendig zitieren.

Mit seinen Graphitzeichnungen hat er viele Editionen meines Verlages begleitet, der ohne seine Mitwirkung nicht das geworden wäre, was er ist. Immerhin habe ich ihn, der seine Vorliebe für die russische Literatur des 19. Jahrhunderts nie verhehlte, für manchen Autor meiner Reihe begeistern können, auch wenn es in diesen Texten an üppigen Damen mangelte, die er gerne und mit augenzwinkernder Behaglichkeit aufs Papier brachte. 

Unvergesslich sind die Besuche in Amsterdam, die Briefe mit sorgfältigen Planungsskizzen und Ideen, seine warmherzige, lebenskluge Art, mit der er dem Verleger auch außerhalb der Buchkunst ein sehr wertvoller Mensch war. Seine Empathie als Freund und Illustrator wirken nach.

"Er war" heißt es in diesem kleinen Nachruf mehrmals. Seine Graphiken aber "sind" und bleiben.

Im seinem 90. Lebensjahr Jahren ist Kurt Löb, der jüdische Emigrant, der 1936 mit seinen Eltern vor den Nationalsozialisten nach Amsterdam geflüchtet ist, heute früh gestorben.

 

 

 

Ein Tal am Rande der Welt...

Bunyah nennt Les Murray seinen neuen Gedichtband; das Wort stammt aus der Sprache der Aborigines und bezeichnet Baumrinde. Zugleich aber ist es eine Liebeserklärung an das Tal im Landesinneren Australiens, wo der Dichter 1938 als Bauernsohn geboren wurde und bis zu seinem Tod 2019 lebte.

Murrays Gedichte imaginieren das Tal, seine Landschaft und Bewohner. Er schreibt von Hunden und ihren Präzisionssprüngen auf Traktoren, Kaninchenplagen und Telephonistinnen, die im Outback Anteil an den Gesprächen nahmen, aber auch von Onkel Archie, der den Bruder beim Baumfällen tötete. Wollhaargras, Strände aus Grastorf und tote Bäume im Teich liefern dem Autor Mosaiksteine zur behutsamen Annäherung an einen Ort, der in seiner Abgeschiedenheit skurrile Typen anzieht. Ein Lottogewinner, der jeden Bettelbriefe sorgfältig studiert, bevor er ihn verbrennt, gerät ebenso in den Fokus des Lyrikers wie das Schwesterchen, um dessen Leben der Arzt nicht mehr kämpfen will.

Les Murray beschließt den Band mit einem Hintergrundtext über Bunyah sowie mit Aufnahmen aus seinem Archiv. Barbara Klemm hat den Gedichten Murrays als Einstimmung Photographien zugesellt, die nicht in Bunyah entstanden sind, aber die Weite des Tales durch Wolken- und Landschaftsaufnahmen antizipieren; sie hat den Dichter auch porträtiert.

Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern dieser Seite einen intensiven Blick auf diese Edition, denn   möglicherweise gibt es nur wenig Möglichkeiten, die Zeit auf angenehmere Weise anzuhalten, als mit einem liebevoll edierten Buch.

Herzliche Frühlingsgrüße von Ihrem

Thomas Reche

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Was gibts denn da zu sehen...?

Wenn sich eine Großfamilie auf einem nicht ganz vertrauenserweckenden Balkon drängt, der an einer römischen Hausfassade klebt kann man ein bibliophiles Ereignis erwarten: Im Mai erschien der Band Italien, Italien! von Robert Lebeck, der unveröffentlichte Italienbilder des Meisterphotographen zeigt, die von Tagebuchaufzeichnungen des ungarischen Autors Sándor Márai begleitet werden. Die Texte wurden für diese Ausgabe neu übersetzt. Ein guter Teil von ihnen erscheint erstmals auf deutsch, weshalb die opulente, in nachtblaues, geprägtes Leinen gebundene Ausgabe auch für literarische Feinschmecker ein Genuß sein wird. 

Lebeck nimmt in den hier abgedruckten Aufnahmen auf humorvolle Weise am italienischen Alltagsleben teil und hat doch - wie Sándor Márai - Gespür für die leise Melancholie des Augenbblicks, die einen gerade in den Südländern umweht. Leider ist dieses Buch nach dem Tod von Robert Lebeck fast vergriffen und nur noch im Abonnement erhältlich.

Mit herzlichem Sommergruß:

Ihr Thomas Reche

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Post Scriptum: Meine sechsjährige Tochter sagt eben zur mir: Warum machst du denn Werbung für deine Bücher? Du willst sie doch am liebsten selbst behalten. Da hat sie recht - zumindest bei diesem Buch, weil es mein schönstes geworden ist...

Wie meinen?

Der gut gelaunte Herr hier, an dem mancher Zahnarzt verzweifeln könnte, hat in diesem Band demnächst erscheinenden Band Italien, Italien! von Robert Lebeck und Sandor Marai eine dauerhafte Bleibe gefunden. 

 

 

 

 

Die Poesie der Ränder...

Soeben ist ein Buch fertig geworden, das Ihre Beachtung verdient: Pulitzerpreisträger Charles Simic gelingt in dem Band Heimat Front eine augenzwinkernde, oftmals ironische und gelegentlich bitterböse Bestandsaufnahme amerikanischer Verhältnisse. Da geht es ums Postkartenschreiben, Obdachlose, letzte Worte von Hingerichteten, Ausreden für verlorene Fußballspiele und imperialistischen Wahn. Dazwischen lagern sich subtile Erinnerungstexte von hoher atmosphärisches Dichte.  

Jörn Vanhöfen, in New York gefeierter deutscher Photograph flog nach Lektüre der Texte noch einmal nach Detroit, um dort zu photographieren - stille, unspektakuläre Bilder entstanden. Der Autor meinte dazu: Beautiful, deeply moving photographs of a country going to hell. 

Es gibt drei unterschiedliche Vorzugsausgaben mit signierter Originalphotographie. Selbstverständlich ist die Ausgabe wieder in Leinen gebunden und fadengeheftet; Simic und Vanhöfen haben die kleine Auflage signiert, für die es schon viele Vorbestellungen gibt.

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Zur Dämmerstunde in Berlin...

Der Band Open Air Kino enthält Langzeilengedichte des bedeutenden deutschen Lyrikers Hans Dieter Schäfer, die in Beziehung gesetzt werden zu Aufnahmen, die Robert Lebeck zur Dämmerstunde in Berlin machte, die Leica Digilux in der Hand: "Mit ihr tingele ich durch Berlin, fotografiere durchs Fenster der Doppeldeckberbusse oder locker aus der Hand. Weil ich ausschließlich bei Einbruch der Dunkelheit fotografiere, wenn das Licht am schönsten ist, entstehen Aufmahmen, die unscharf, verwackelt und deshalb gerade für mich so faszinierend sind."
Die Bilder, von Lebeck als Großstadtflaneur in seiner Geburtsstadt gemacht, fangen wie die Gedichte Schäfers die Ambivalenz Berlins mosaikartig ein: rastlose Bewegung, Ödnis, der Mensch als flüchtiges Attribut oder Zitat auf überdimensionalen Werbeflächen. 

Hans Dieter Schäfer nähert sich in seiner Einführung behutsam der Intention Lebecks; das Buch entstand in enger Zusammenarbeit der beiden Autoren.

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Mit Vollgas in die 60er!

Rechtzeitig zum 75. Geburtstag von Charles Simic ist nun Hinterland lieferbar, ein Band mit Aufnahmen des legendären MAGNUM Photographen Thomas Hoepker und Gedichten des Pulitzerpreisträgers Charles Simic!  

Der Band zeigt im Großformat unbekannte Photographien von einer USA-Reise vor fünfzig Jahren, die von erstmalig abgedruckten Gedichten des amerikanischen Nationalpreisträgers begleitet werden. Simic, begeistert von den Bildern, hat auch eine sehr persönliche Einführung geschrieben. Das Buch ist zweisprachig und selbstverständlich von beiden Künstlern signiert. 
Die Vorzugsausgabe mit signierten Originalbarytabzügen ist übrigens schon fast vergriffen; Bestellungen bitte direkt an den Verlag.

Hiermit wird die Edition Refugium nach zwanzig Publikationen abgeschlossen. Wer die Reihe komplett haben möchte, möge sich an den Verlag wenden; sie ist in Normal- und Vorzugsausgabe noch in wenigen Exemlaren komplett erhältlich. Antiquarisch kosten die Bände zum Teil schon ein Mehrfaches.
 
Sie sehen: Es ist noch allerhand drin in der bibliophilen Kiste des Kleinverlages, der seit nunmehr 25 Jahren, zwei, drei oder manchmal auch vier schöne Bücher im Jahr zur Welt bringt.

Mit herzlichen Frühlingsgrüßen:

Ihr Thomas Reche

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Ab nach Nigeria!

Das Jahr ist noch jung genug, um Ihnen Zuversicht, Gesundheit und manche bibliophile Entdeckung in unserem kleinen Verlag zu wünschen, der sich seit nunmehr 25 Jahren zum Ziel gesetzt hat, literarisch anspruchsvolle Texte in (photo)graphischer Begleitung und individueller Typographie zu edieren.

 
Bernd Noack wies vor wenigen Tagen in einer sensiblen Rezension der Nürnberger Nachrichten auf den soeben erschienen Gedichtband Abiku des nigerianischen Nobelpreisträges Wole Soyinka hin:

Reche hat wieder einmal ein Buch gestaltet, das zum Gesamtkunstwerk geworden ist. Die Lyrik Soyinkas begleiten Schwarzweiß-Bilder von zwei Meisterphotographen: Barbara Klemm und Robert Lebeck haben Szenen afrikanischen Lebens eingefangen, Momentaufnahmen von Existenzen am Rand des archaischen Erbes und auf dem Sprung in eine Moderne, die am Horizont erscheint wie ein Menetekel. In den Gesichtern der namenlosen Menschen aber spiegeln sich die Ängste und das Sehnen, wie es auch aus den Versen des Dichters aus Nigeria zu uns spricht: "Wenn Dunkelheit sich sammelt kann ich die Welt / In todgeweihten Reflexen tanzen / Oder breite ihre Wahrheiten aus / In einem Schattenspiel der Zweifel."
  
Die frühen Gedichte des nigerianischen Nobelpreisträgers Wole Soyinka erscheinen in dieser Ausgabe erstmals auf Deutsch. Es gibt verschiedene Vorzugsausgaben, der Vorzugsausgabe A sind sogar vier signierte Originalabzüge beigelegt. 


Das Buch ist in geprägtes rotes Duoleinen gebunden, ziemlich umfangreich und mit über siebenhundert Gramm absolut kein Leichtgewicht. Es hat mich über ein Jahr beschäftigt; an den Gedichten und ihren verschränkten Bezügen haben sich Julia Rotte und Hans Dieter Schäfer fast die Zähne ausgebissen. Gerd Meuer erlebte aber ein ganz spezielles Abenteuer, als er mit den Signierblättern den Autor in Lagos aufsuchen wollte, und aufgrund der Unruhen von Polizeisperre zu Polizeisperre gereicht wurde. Am Ende hat es mit Soyinkas Hilfe doch geklappt - der schickte seinen Sohn an die Grenze, das konspirative Päckchen wurde übergeben und nach dem Signieren in einem schwarzen Plastikbeutel nach Europa geflogen.

Mit herzlichen, bibliophilen Grüßen:
 
Ihr Thomas Reche 

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John M. Coetzees Erzählung Die Farm ist lieferbar!

Wie stets hat es auch diesmal etwas länger gedauert, als wir uns wünschten, doch nun ist sie da: Die autobiographische Erzählung Die Farm des in Südafrika geborenen Nobelpreisträgers, von Susanne Theumer mit kräftigen Kohlezeichungen illustriert und in der Vorzugsausgabe mit zwei Originalradierungen erhältlich.

Der zweisprachig abgedruckte Text imaginiert eine Kindheit in der Nähe von Kapstadt: Streifzüge mit einer Gefährtin durch das Umland, Schafschur, Jagd und das Zusammenleben auf der Farm des Großvaters registriert der Nobelpreisträger John Coetzee authentisch aus der Perspektive des Heranwachsenden.

Übrigens war der Autor von den Zeichungen der Graphikerin sehr angetan und hat, was den Verleger besonders freut, alle 400 Exemplare auf der eingebundenen Seite signiert! Von diesem Buch gibt es Vorzugsausgaben in drei Varianten mit signierten Originalradierungen.

Es gab für dieses Buch diesmal auch außerhalb des Abonnentenkreises zahlreiche Vorbestellungen; da die Normalausgabe lediglich 290 Exemplare umfasst, wird die Ausgabe vermutlich antiquarisch bald ein mehrfaches kosten.

Mit herzlichen Grüßen rundum:
Ihr Thomas Reche

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Was wohl das Neue Jahr so bringt?

Noch aber wissen wir nicht, was uns erwartet, und auch die Verlegerstochter sieht neugierig durchs Zeitfenster. Ich wünsche Ihnen viel Lebens- und Lesefreude und die eine oder andere Entdeckung in unserem kleinen Programm.

Mit herzlichem Neujahrsgruß
Ihr Thomas Reche

Das letzte Buch von Václav Hável

Václav Havel ist heute Morgen gestorben, in seinem Refugium im böhmischen Hradecek, wo er zuletzt zurückgezogen lebte. Vor wenigen Wochen signierte er gesundheitlich schwer angeschlagen, doch ohne zu zittern in Prag die Bögen der Vorzugsausgabe unserer Publikation Fünfzehn Stimmungen. Für das zusammen mit Erich Lessing konzipierte Buch wurde aus Gefängnisbriefen, die er vor drei Jahrzehnten an seine Frau geschrieben hatte, eine Auswahl getroffen und einer der Briefe erstmals ins Deutsche übersetzt.
Diese Ausgabe ist nun zu seinem letzten Buch geworden; über seine Autorenexemplare hat er sich noch sehr gefreut. Das traurige Datum mag vielleicht Anlaß sein, sich auch in Deutschland wieder stärker dem Werk des Dichters zuwenden und den Rowohlt Verlag ermutigen, die seit langem vergriffenen Briefe an Olga neu aufzulegen, vielleicht in einer vollständigen Ausgabe.
 

Václav Havel vertrat bei trauriger politischer Aussicht zeitlebens und konsequent eine menschliche, unideologische Position:

„Hoffnung ist eben nicht Optimismus. Es ist nicht die Überzeugung, daß etwas gut ausgeht, sondern die Gewißheit, daß etwas Sinn hat – ohne Rücksicht darauf, wie es ausgeht.“


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Václav Hável wird 75!

Während sich langsam die Schatten im Garten verlängern und die Nächte kühl werden, wird es Zeit, die eigentliche Lesesaison zu beginnen. Ich empfehle Ihnen heute ein Buch, von dem ich Ihnen erst am 5. Oktober hier etwas zeigen werde, dann nämlich, wenn sein Autor Geburtstag hat -- es ist ein 75. übrigens, und wir wünschen von hier aus alles Gute nach Prag, wo Václav Hável im Freundeskreis gut aufgelegt einen lustigen Abend verbringen wird.

Freilich ist er älter geworden als auf dem schönen Bild von Barbara Klemm aus dem Jahr 1990, auf dem Havel als frischgebackener Präsident (und gar nicht lange nach seiner erneuten Inhaftierung) seinen Besuchern zuprostet.
"Fünfzehn Stimmungen" heißt diese Ausgabe, in der Václav Havel in keineswegs deprimierenden Briefen aus dem Gefängnis an seine Frau Olga seine unterschiedlichen Stimmungen zu analysieren versucht und fast beiläufig eine Lebenshaltung offenbart, die in auswegsloser Lage die Hoffnung nicht verliert.

Begleitet werden die Briefe übrigens von Schwarzweißphotographien von Erich Lessing; die beiden haben sich Ende Januar in Prag getroffen, um die Publikation zu besprechen, die anspruchsvolle Leser verdient.

Eine Wochenendfahrt nach Wien...

verlängerte sich um fünf Tage. Erich Lessing hatte mich eingeladen, in seinem Archiv zu stöbern: Tausende von schwarzweißen Bildern und Kontaktabzügen habe ich angesehen und immer wieder ganz eigentümliche Bilder entdeckt, die mir - wovon ich seit 20 Jahren träume - als eine Begleitung zu  Gefängnisbriefen von Václav Havel möglich scheinen. 

Gesagt getan: Der große Magnum-Photograph zeigte sich spontan begeistert von dem Plan, wir wählten aus, ich schrieb einen Brief an den tschechischen Dichter, der auf Vermittlung Lessings von niemand anderem als dem tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg nach Prag gebracht und dem ehemaligen Präsidenten übergeben wurde. Schon nach wenigen Tagen erhielt ich eine Mail mit seinem Placet und sitze nun über der Typographie des geplanten Bandes, über das Sie in Kürze hier mehr werden lesen können.

 

... eine berührende Einladung in den indischen Alltag

Obgleich der Frühling noch auf sich warten läßt, hatte unsere Druckerei allerhand zu tun: Vor wenigen Tagen erschien ein Indienbuch von Walter Vogel mit Reportagephotographien, die ohne ästhetische Inszenierung daherkommen und den indischen Alltag auf besonders sinnliche Weise umkreisen. Beediman hat Vogel diesen Band genannt, und so wird es Sie nicht verwundern, wenn Sie auf dem Titelschildchen auch ein Porträt eines Streichholzverkäufers finden. Die Ausgabe enthält neben den Schwarzweißaufnahmen auch tagebuchartige Aufzeichnungen und erscheint in zwei Vorzugsausgaben mit beiliegendem signierten Barytabzug.

Mit guten Wünschen für die Übergangszeit und einem kleinen Zauberspruch für besseres Wetter:

Ihr Thomas Reche

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Viel Licht und helle Wege!

Das wird ein Bücherjahr! Neben der Edition Refugium, die heuer mit den noch fehlenden beiden Ausgaben beendet wird, bastelt der Verleger inzwischen an einer neuen bibliophilen Reihe, zu der es an dieser Stelle in Kürze Detaillierteres zu berichten gibt. Einstweilen aber mein herzlicher Neujahrsgruß an Sie! Den Jahreswechsel verbrachten unser Haustypograph und der Verleger samt ihren Familien im böhmischen Horní Planá, wovon ich Ihnen eine kleine Sylvesterimpression mitgebracht habe. In diesem Sinne: Helle Wege im Neuen Jahr und manchen Fund in unserer bibliophilen Schatzkiste!

Ihr Thomas Reche
 

 




 

Menschenbilder aus der Dunkelkammer

... so heißt das neue Buch von Erich Lessing.

 Erich Lessing, geboren 1923 in Wien, zählt als Mitglied der legendären Photographen-Kooperative MAGNUM seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten Reportagephotographen unserer Zeit. Aus seinem umfassenden Archiv wurde für diese bibliophile Ausgabe, die in einer limitierten Auflage von lediglich 400 signierten Exemplaren erscheint, eine Auswahl von zumeist unveröffentlichten Aufnahmen aus den 50er Jahren getroffen.


Wien, Berlin, Hamburg, Georgien, Polen und die Türkei sind Stationen dieser im Duoton gedruckten Bildreise, die durch kluge, unprätentiöse Kommentare des Künstlers ergänzt werden. Das Buch wurde im Großformat gedruckt und in kaffeschwarzes Leinen gebunden.

In der Einleitung begründet Erich Lessing seine Liebe zur Photographie:
Jede Dunkelkammer hat etwas Magisches an sich, wie Dunkelheit überhaupt etwas Magisches hat. Wenn man mit dem Entwickler arbeitet und behutsam schaukeln muß, bis dann das Bild sehr langsam kommt, das ist wie eine Geburt. Und dann schaut man, was man damit machen kann.
Die magischen Momente in dieser Dunkelkammer, glaube ich, möchte niemand missen, der sie jemals erlebt hat.
 
Das Jahr verliert an Licht, die Lesezeit beginnt. Gute Zeit und die eine oder andere Entdeckung auf dieser Seite wünscht Ihnen

Ihr Thomas Reche

Wer ist hier Günter Kunert?

... weil Günter Kunert auch nach seinem 80. Geburtstag zu allerlei Vergnüglichem aufgelegt bleibt, soll hier ein Bildchen gezeigt sein, das kürzlich in Kaisborstel entstand, als der Verleger ihm eine Kiste neuer Bücher ins Haus brachte. Und das auch nur als augenzwinkerndes Intermezzo, bevor ich Ihnen in Kürze das neue Buch von Wole Soyinka und Jürgen Brodwolf vorstellen kann. Bis dahin: Gute Zeit!


Ihr Thomas Reche

Schatten an Mauern

hat Péter Nádas ein zweites Buch in der Edition Refugium genannt, das neben Photographien auch einen Auszug aus dem bislang unveröffentlichten Roman Parallelwelten bringt. Stille Bilder als Kontrast zu seiner Erinnerung, in der der große ungarische Autor sein Erlebnis der sowjetischen Invasion in Budapest beschreibt. Auch hier gibt es in zwei Varianten eine Vorzugsausgabe mit Originalabzug.

Übrigens haben sich Barbara Klemm und Péter Nadas im Oktober in Fellbach getroffen, wo in der städtischen Galerie das photographische Werk von Nádas gezeigt wurde und im Rahmen der Eröffnung auch unser Band präsentiert wurde, der zusammen mit der Galerie publiziert wird.

Schwindendes Licht

Eine ganz besondere Publikation, auf die ich Sie hinweisen möchte, betrifft den Gedichtband Schwindendes Licht: Erstmals stellt sich der australische Autor Robert Gray in Deutschland mit einer von Joachim Sartorius übertragenen Auswahl vor, die unmittelbar nach Erscheinen für Furore sorgte. Sie wurde vom SWR als besondere Empfehlung auf die Bestsellerliste gesetzt und ist nach sehr positiven Rezensionen in der FAZ (von Thomas Poiss) und im Tagesspiegel (von Volker Sielaff) wenige Monate nach Erscheinen vergriffen. Nur für neue Abonnenten sind noch Exemplare vorhanden; die Vorzugsausgabe geht ebenfalls zur Neige.


 

Der beste Lyriker der Welt...

ist nach der Meinung der ZEIT der australische Dichter Les Murray, den ich erst kürzlich für meine Verlagsarche gewonnen habe. 


Heilige Kühe heißt der zweisprachige Gedichtband von Les Murray, dem großen australischen Poeten, den Johannes Beyerle mit Zeichnungen begleitet hat. Seamus Heaney, der irische Nobelpreisträger äußerte sich begeistert über den Band. Übersetzt hat die Gedichte Margitt Lehbert; das Buch erscheint zugleich in ihrer Edition Rugerup und dürfte nicht nur in Veterinärkreisen für Furore sorgen.

Die Aufnahme zeigt den Autor mit Übersetzerin und Verleger beim Signieren eines neu in der Reihe Jahresblätter herausgegebenen Einblattdruckes.

 

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Das Geheimnis des Glücks

Der Nestor der Buchillustration, der 1936 von Berlin nach Amsterdam emigrierte Kurt Löb, beweist mit seinen sensiblen Graphitzeichnungen zu dem zweisprachigen Erzählband Das Geheimnis des Glücks von Charles Simic, daß er dem hohen Alter zum Trotz den Bleistift mit frappierender Sicherheit bewegt. Der Pulitzerpreisträger Simic war sehr angetan von dieser Publikation, weshalb vermutlich im nächsten Jahr ein neues Papierschiffchen dieses Tandems übers Büchermeer schaukeln wird. Das Photo zeigt den Autor während einer Lesung in Nürnberg; im oberen Umschlag neben ihm befindet sich das erste Exemplar unseres Buches...

Ein unübersetzbares Gedicht von Wole Soyinka ...

Soeben erschien in der Edition Refugium der Gedichtzyklus „Ogun Abibiman“ des nigerianischen Nobelpreisträgers Wole Soyinka, der bislang als nicht übersetzbar galt. Der Autor half selbst mit bei der Klärung diffiziler Interpretationsfragen den Text betreffend, den er 1976 in London als unmittelbare Reaktion auf die Metzeleien von Soweto veröffentlichte und später in seiner Nobelpreisrede zitierte. Auch 2008 hat Ogun Abibiman nichts von seiner Expressivität eingebüßt und aktuell ist er (leider) noch immer. Thomas Rug schuf dazu Kohlezeichnungen, die das bevorstehende Aufbrechen organischer Formen zeigen: „Powerful images!“ äußerte der Autor begeistert. Die Abbildung zeigt Soyinka beim Signieren in Berlin; hinter ihm Thomas Rug.

110 Kilo schwer...

sind die Bögen, die von Mirko Albrecht, dem Typographen des Bandes und dem Verleger unlängst ins ungarische Gombosszeg gefahren und geschleppt wurden. Péter Nádas staunte nicht schlecht, als wir die 31-Seiten-Bögen auf seinen Schreibtisch hievten; in der Druckerei hatte man nämlich vergessen, den Bogen zu teilen... 

Sie gehören zu dem Band Heute, der neben einer frühen Erzählung auch atmosphärische Schwarzweißphotographien des Autors enthält sowie ein für diese Edition geschriebenes Nachwort.

Übrigens war die Fahrt ins ungarische Grenzland eine Abenteuerreise. Des Ungarischen nicht mächtig, im Niemandsland ohne Telephon- und Internetempfang, rutschten wir im weißkalten Winterwetter auf immer kleiner werdenden Straßen nach Gombosszeg, zuletzt auf unbefestigten Forststraßen. Die Wegbeschreibung, die ich ausgedruckt und wie eine Liste untereinander geklebt hatte, war eineinhalb Meter lang und brachte den Autor zum Schmunzeln. Auf dieser Route, meinte er, sei noch nie jemand aus Deutschland in sein Dorf gereist. 

 

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