Peter Nadas, Heute PDF Drucken E-Mail
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Erzählung, zweisprachige Ausgabe, Übersetzung Ruth Futaky, mit neunzehn Fotografien des Autors, Leinenbindung, Fadenheftung, 64 Seiten, Großformat 20,5 x 27,5 cm. 


Ausgabe A: Nr. 1 bis 100, von Peter Nadas signiert, signierte Originalfotografie (Barythandabzug) beiliegend
185,00 Euro (fast vergriffen)

Ausgabe B: 200 Exemplare, von Peter Nadas signiert
Nur noch im Abonnement erhältlich 


Das Buch „Heute“ von Péter Nádas vereint eine frühe Erzählung mit eigenen Fotografien des großen ungarischen Schriftstellers, der auch als Fotokünstler internationales Ansehen genießt. Nadas berichtet in experimenteller Weise von einem jungen Gymnasiasten. Dieser erkennt seine Isolation und Selbstverlorenheit, versucht in einem inneren Monolog eine Positionsbestimmung und überdenkt sein Leben. Dazu wählte Nádas aus seinem Archiv stille Bilder, die Titel wie „Schwache Herbstsonne“, „Ausgetrockneter Bach am Dorfrand“, „Landschaft im Schnee“ oder „Unbewohntes Haus in Gombosszeg“ tragen und die im Text verdeutlichte Verlorenheit aufnehmen: Ein nachdenkliches Buch, das eine Grundsituation auf behutsame und sprachlich dichte Weise beschreibt.
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Péter Nádas erinnert sich im Nachwort an „die in die Geschichte abgesunkene Zeit“, in welcher der Text entstand, zu dessen Beginn es heißt: „Etwas ist zu Ende gegangen, und etwas anders will nicht dafür kommen.“ Die begleitenden Fotografien wurden im Duotonverfahren reproduziert und nach dem Druck lackiert, weshalb sie der Qualität von Originalaufnahmen sehr nahe kommen; Jenö Gindl fertigte die Barytabzüge für die Vorzugsausgabe von Hand.

Textauszug

Bestimmt hat es irgendwo einen Anfang gehabt. Vielleicht in der Schule, in der großen Pause, dort, auf dem Hof, als dieser Schneeball hart und kalt auf seinem Gesicht zerplatzte. Aus Instinkt hätte er sich geduckt, als er den Schneeball fliegen sah, oder ich hätte rasch meinen Kopf weggedreht, doch er stand einfach da und wartete, bis der Ball genau auf seinem Gesicht aufprallte, nicht mal seine Hand rührte sich, um vielleicht auch einen zurückzuwerfen, zusammenkneten und zurückwerfen! Der Instinkt meldete sich, hinderte die Hand aber an der Tat. Wer es wohl war? Bestimmt, dort. So hat es angefangen, denn der Schulhof hat sich ihm verdunkelt, nur noch Geschrei, Kreischen und das Puffen der Schneebälle, und auf seinem Gesicht, wie er es nicht abwischen konnte, weil er nicht fähig war, die Hand zu heben, zerschmolzen die Schneekörnchen langsam, durchnässten seine Wimpern, es war, als ob er weine.

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Originalfotografien der Vorzugsausgaben; das rechte Motiv liegt den Nummern 1 bis 70, das linke Motiv ist bereits vergriffen (und lediglich in drei Exemplaren für neue Abonnenten erhältlich). Zum Vergrößern bitte anklicken.
 
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