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Neumarkt, im Januar 2012
Liebe Freundinnen und Freunde schöner Bücher,
nach einigen sehr positiven Rezensionen sind die Fünfzehn Stimmungen von Václav Havel vergriffen und im Buchhandel nicht mehr erhältlich; die Normalausgabe wird nur noch an neue und alte Abonnenten der Reihe Ligaturen ausgeliefert. Andreas Platthaus empfahl in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 28. Dezember unter dem Titel Lichtblicke in dunkler Zeit die Publikation als "Genuss für jeden Liebhaber schön gemachter Bücher."
Die 1. Folge der Reihe Ligaturen, Berliner Kaleidoskop von Günter Kunert und Thomas Hoepker ist weiterhin lieferbar. Die 2. Folge, autobiographische Prosa des Nobelpreisträgers John M. Coetzee mit Zeichnungen von Susanne Theumer erscheint im März, hierauf sind Gedichte des Nobelpreisträgers Wole Soyinka (Mandelas Erde) mit Photographien von Robert Lebeck und Barbara Klemm für den Frühsommer geplant.
Sie sehen also: Es lohnt sich auf dem Laufenden zu bleiben oder sogar unsere Arche durch ein Abonnement zu stabilisieren und sich so signierte Ausgaben zu sichern, die oftmals rasch vergriffen sind.
Außerdem ist 2012 ein Band des Pulitzer-Preisträgers Charles Simic in Arbeit. Daß Péter Nádas auch in der Reihe Ligaturen veröffentlichen wird, wissen Sie vielleicht schon; das Buch kommt Ende Dezember, wenn das Jahr wieder wechselt und die Tage länger werden.
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Noch aber wissen wir nicht, was uns erwartet, und auch die Verlegerstochter sieht noch neugierig durchs Zeitfenster. Ich wünsche Ihnen für 2012 viel Lebens- und Lesefreude und die eine oder andere Entdeckung in unserem kleinen Programm.
Mit herzlichem Neujahrsgruß
Ihr Thomas Reche
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Neumarkt, am 18. Dezember 2011
Liebe Bücherfreunde,
Václav Havel ist heute Morgen gestorben, in seinem Refugium im böhmischen Hradecek, wo er zuletzt zurückgezogen lebte. Vor wenigen Wochen signierte er gesundheitlich schwer angeschlagen, doch ohne zu zittern in Prag die Bögen der Vorzugsausgabe unserer Publikation "Fünfzehn Stimmungen". Für das zusammen mit Erich Lessing konzipierte Buch wurde aus Gefängnisbriefen, die er vor drei Jahrzehnten an seine Frau geschrieben hatte, eine Auswahl getroffen und einer der Briefe erstmals ins Deutsche übersetzt.
Diese Ausgabe ist nun zu seinem letzten Buch geworden; über seine Autorenexemplare hat er sich noch sehr gefreut. Das traurige Datum mag vielleicht Anlaß sein, sich auch in Deutschland wieder stärker dem Werk des Dichters zuwenden und den Rowohlt Verlag ermutigen, die seit langem vergriffenen "Briefe an Olga" neu aufzulegen, vielleicht in einer vollständigen Ausgabe.
Václav Havel vertrat bei trauriger politischer Aussicht zeitlebens und konsequent eine menschliche, unideologische Position:
„Hoffnung ist eben nicht Optimismus.
Es ist nicht die Überzeugung, daß etwas gut ausgeht, sondern
die Gewißheit, daß etwas Sinn hat – ohne Rücksicht darauf, wie
es ausgeht.“
Näheres zu der bei uns soeben erschienenen Ausgabe sowie eine Rezension darüber finden Sie unter dem Link Reihe Ligaturen oder indem Sie auf das Bild klicken.

Neumarkt, Ende Oktober 2011
Liebe Freundinnen und Freunde des Verlags,
gerade sind die gedruckten Bögen von Václav Havels Buch "Fünfzehn Stimmungen" auf dem Weg in die Buchbinderei nach Leipzig, wo sie in gewohnter Sorgfalt und einem guten Anteil Handarbeit in changierendes, blauschwarzes Leinen gebunden werden. Es war ein lange Weg von der ersten typographischen Idee zum Buch -- wie gestaltet man Gefängnisbriefe, welche Bilder kann man als Begleitung wählen? Mit Erich Lessing habe ich Stunden bei der Bildauswahl verbracht, gemeinsam haben wir hin und her überlegt und schließlich ein Konzept entwickelt, das Sie HIER angedeutet sehen: Auf eine kleine Reihe Prager Aufnahmen folgen atmosphärische Bilder von Innenräumen, die zuletzt von Mauerstrukturen abgelöst werden.
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Erich Lessing bei der Bildauswahl, Wien, Juli 2011
Zudem hat sich die Planung für die neue Reihe Ligaturen konkretisiert. Nach dem Buch von Václav Havel folgen zwei Nobelpreisträger: Die autobiographische Erzählung "Die Farm" von John Coetzee (Zeichnungen Susanne Theumer), darauf eine Kindheitserinnerung von Wole Soyinka, die von Photographien von Barbara Klemm begleitet wird. Auch Péter Nádas hat gerade eben seine Zustimmung gegeben für einen Band, der den Arbeitstitel "Gombosszeg" trägt und zwei Erzählungen vereint, die den Weiler umkreisen, in dem er seit langem lebt. Außerdem kommen im Lesejahr 2012, in dem wir uns weder die Lese- noch die Lebensfreude nehmen lassen wollen, zwei Bücher von Pulitzerpreisträger Charles Simic - eine Auswahl seiner Blogs sowie ein Essay zu USA Bildern von Thomas Hoepker (dieser Band erscheint als die noch fehlende 19. Ausgabe der Edition Refugium). Und einen Gedichtband, "Mandelas Erde" von Wole Soyinka haben wir auch noch in Vorbereitung - gerade komme ich aus Berlin, wo ich mit Robert Lebeck Aufnahmen für dieses Buch ausgesucht habe. Erinnerungen von Hans Dieter Schäfer habe ich zudem auf dem Wunschzettel und manches mehr für die nächsten Jahre, sofern das Euroholterdipolter nicht eskaliert und einige neue Abonnentinnen und Abonnenten ins Boot springen.
Sie sehen also: Viel Artistik im Gehirnzirkus! Nun aber wünsche ich Ihnen helle Herbsttage und viel Freude am Herumklicken auf dieser Seite!
Ihr Thomas Reche |
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Neumarkt, im September 2011
Liebe Bücherfreunde,
während sich langsam die Schatten im Garten verlängern und die Nächte kühl werden, wird es Zeit, die eigentliche Lesesaison zu beginnen. Ich empfehle Ihnen heute ein Buch, von dem ich Ihnen erst am 5. Oktober hier etwas zeigen werde, dann nämlich, wenn sein Autor Geburtstag hat -- es ist ein 75. übrigens, und wir wünschen von hier aus alles Gute nach Prag, wo Václav Havel im Freundeskreis gut aufgelegt einen lustigen Abend verbringen wird.
Freilich ist er älter geworden als auf dem schönen Bild von Barbara Klemm aus dem Jahr 1990, auf dem Havel als frischgebackener Präsident (und gar nicht lange nach seiner erneuten Inhaftierung) seinen Besuchern zuprostet.
"Fünfzehn Stimmungen" heißt diese Ausgabe, in der Václav Havel in keineswegs deprimierenden Briefen aus dem Gefängnis an seine Frau Olga seine unterschiedlichen Stimmungen zu analysieren versucht und fast beiläufig eine Lebenshaltung offenbart, die in auswegsloser Lage die Hoffnung nicht verliert.
Begleitet werden die Briefe übrigens von Schwarzweißphotographien von Erich Lessing; die beiden haben sich Ende Januar in Prag getroffen, um die Publikation zu besprechen, die anspruchsvolle Leser verdient.
Nun aber kommt zunächst als Einstimmung Barbara Klemms Aufnahme:

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... doch ich vertröste Sie noch ein paar Tage, bevor ich weitere Details ausplaudere.
Herzlich grüßt
Ihr Thomas Reche
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Neumarkt, im Juli 2011
Liebe Bücherfreunde,
nun stecken wir mitten im Hochsommer mit Gewitterabenden und Temperaturstürzen, die einen vor die Leselampe bringen. Es gibt allerhand Neues zu vermelden: Die neue Reihe trägt den Namen "Ligaturen"; ein Fachausdruck, aus der Typographie, welcher die Verschmelzung einzelner Buchstaben zu neuen graphischen Elementen bezeichnet. Geplant sind in den nächsten beiden Jahren Ausgaben von Günter Kunert (Photographien des Magnum-Reporters Thomas Hoepker), John Coetzee (Zeichnungen Susanne Theumer), Václav Havel (Photograpien Erich Lessing), Charles Simic und Wole Soyinka.
Ich werde an dieser Stelle in Kürze weitere Details ausplaudern können. Das erste Buch ist lieferbar; Sie finden es unter dem Link REIHE LIGATUREN. Im Gegensatz zur EDITION REFUGIUM, die sich dem Ende zuneigt (es fehlt nur noch die im Frühjahr 2012 erscheinende 19. Ausgabe) wird die neue Reihe durchwegs im größeren Format daherkommen und typographisch noch individueller gestaltet sein. Besonders freut mich, daß ich als ebenbürtige "Bildbegleiter" die MAGNUM-Photographen Thomas Hoepker, Erich Lessing und Martin Parr gewinnen konnte.
Es würde mich sehr freuen, wenn Sie, liebe Sammlerinnen und Sammler, mich auch durch diese neue, ebenfalls auf maximal 20 Publikationen konziperte Reihe begleiten. Denn ohne Sie geht es einfach nicht!
Es winkt und grüßt
Ihr Thomas Reche
Neumarkt, im März 2011
Liebe Bücherfreunde,
während der Frühling noch auf sich warten läßt, hatte unsere Druckerei allerhand zu tun: Vor wenigen Tagen erschien ein Indienbuch von Walter Vogel mit Reportagephotographien, die ohne ästhetische Inszenierung daherkommen und den indischen Alltag auf besondere anschauliche Weise umkreisen. Beediman hat Vogel diesen Band genannt, und so wird es Sie nicht verwundern, wenn Sie auf dem Titelschildchen auch ein Porträt eines Streichholzverkäufers finden. Die Ausgabe enthält neben den Schwarzweißaufnahmen auch tagebuchartige Aufzeichnungen und erscheint in zwei Vorzugsausgaben mit beiliegendem signierten Barytabzug. Näheres dazu in der Rubrik Edition Refugium oder indem Sie HIER klicken..
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Dazu gibt es in der Reihe refugium die bislang fehlende Nummer 39 nachzutragen: Drei Erzählungen von Kurt Löb, der mal wieder erotische Bilder machen wollte und dazu selbst Geschichten geschrieben hat, die durchaus an jene Literatur des Fin de Siècle anklingen, die er so meisterhaft illustriert hat. Das Besondere daran ist, daß Löb zu seinen Texten einige Aquarelle schuf, die in seinem illustrativen Werk Seltenheitswert haben. Näheres dazu in der Rubrik: Reihe Refugium oder indem Sie HIER klicken.
Mit guten Wünschen für die Übergangszeit und einem kleinen Zauberspruch für besseres Wetter:
Ihr Thomas Reche
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Neumarkt, im Januar 2011
Liebe Bücherfreunde,
das wird ein Bücherjahr! Neben der Edition Refugium, die heuer mit den noch fehlenden beiden Ausgaben beendet wird, bastelt der Verleger inzwischen an einer neuen bibliophilen Reihe, zu der es an dieser Stelle in Kürze Detaillierteres zu berichten gibt. Einstweilen aber mein herzlicher Neujahrsgruß an Sie! Den Jahreswechsel verbrachten unser Haustypograph und der Verleger samt ihren Familien im böhmischen Horní Planá, wovon ich Ihnen eine kleine Sylvesterimpression mitgebracht habe. In diesem Sinne: Helle Wege im Neuen Jahr und manchen Fund in unserer bibliophilen Schatzkiste!
Ihr Thomas Reche
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Neumarkt, Ende Oktober 2010
Liebe Bücherfreunde,
das Jahr verliert an Licht, die Lesezeit beginnt. Nun ist sie also lieferbar, die Vorzugsausgabe in zwei schönen Varianten mit signierten Originalphotographien von Erich Lessing, selbstverständlich von Hand auf Baryt geprintet. Nachfolgend sehen Sie eines der beiden Motive. Nähere Informationen zum Buch, in dem der legendäre MAGNUM-Photograph auch über seine Liebe zur Dunkelkammer plaudert, finden Sie in der Rubrik "Edition Refugium", als deren 18. Druck die "Menschenbilder aus der Dunkelkammer" soeben erschienen sind.
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Zudem ist das Army-Buch von Charles Simic nun ebenfalls gebunden und in der Edition Refugium lieferbar. Freilich ist es ganz und gar antimilitärisch: Auf augenzwinkernde, saloppe Weise und völlig unverblümt erzählt Charles Simic von skurrilen Ereignissen seiner Armyzeit. Er berichtet von einem Soldaten, der sich beim Austreten in langen Unterhosen im Wald verirrt und sein Zelt nicht mehr findet, von einer Messerstecherei unter polnischen Wachsoldaten und einem Kommandanten, der französisches Wasser für vergiftet hält und deshalb einen Tanklastzug nach Amerika schickt.
Und womit verbringt der Miniaturverleger sonst seine Abende, wenn er nicht gerade mit traditioneller Verspätung seine Abonnentinnen und Abonnenten beschickt? Mit der Vorbereitung der beiden noch ausstehenden Ausgaben der Edition Refugium, einem autobiographischen Essay des somalischen Romanciers Nuruddin Farah (Radierungen Susanne Theumer) und einem Buch von Walter Vogel, das den Titel "Beediman" trägt und in Wort und Bild den indischen Alltag umkreist. Und dann, natürlich, wird gerade am Konzept einer neuen Buchreihe gebastelt... Aber darüber in einiger Zeit mehr - einstweilen: Gute Zeit und die eine oder andere Entdeckung auf dieser Seite wünscht Ihnen
Ihr Thomas Reche |
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Liebe Bücherfreunde,
wir sind mit Sack und Pack umgezogen, einige Straßen weiter in eine neues Verlagsdomizil - freilich ists noch immer keine Residenz, jedoch ein Haus mit Winkeln für bibliophile Kartons... Nachdem nun das meiste ausgepackt wurde, kümmert sich der Einmannverleger endlich wieder ums Büchermachen: Der lange erwartete Band Army des amerikanischen Nationalpreisträgers Charles Simic wurde dieser Tage gedruckt und kommt nächstens aus der Buchbinderei. Illustriert hat das Buch übrigens Kurt Löb - mit Graphitzeichnungen, die den Humor des Erzählers ins Bild transportieren. Details dazu in der Rubrik Edition Refugium.
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Und dann habe ich an einem Februarnachmittag in Wien den Magnum-Photographen Erich Lessing getroffen und bei einem Archivbesuch festgestellt, daß es ganz wunderbare Aufnahmen aus den 50er Jahren gibt. Weil Erich Lessing nicht nur photographieren, sondern auch sehr anschaulich erzählen kann, ergab sich die Idee einen Band mit ausgewählten Reportagebildern und kleinen Erinnerungstexten zu edieren. Näheres dazu Ende Mai.
Herzliche Grüße!
Ihr Thomas Reche |
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Neumarkt, am 20. Januar 2010
Liebe Bücherfreunde,
so holterdipolter sind wir ins Neue Jahr gestolpert und haben einiges nachzutragen, was sich noch vor der Sylversternacht ereignete: Barbara Klemm und Hans Dieter Schäfer haben kürzlich, beide in heiterer Vitalität, ihren 70. Geburtstag gefeiert und zudem in der Edition Refugium den Band "Erinnerungstraining" in die Welt gesetzt, der auf analytisch-sinnliche Weise das Problem von Lebenszeit, Vergänglichkeit und Augenblicksbewahrung in Wort und Bild thematisiert. Die Vorzugsausgabe mit einer signierten Originalphotographie von Barbara Klemm auf Barytpapier ist wie die Normalausgabe schon fast vergriffen, es folgt ein kleiner Blick ins Buch:
 
Zudem erschien im späten Herbst mit "Schatten an Mauern" ein zweites Buch von Péter Nádas in der Edition Refugium, das neben Photographien auch einen Auszug aus dem bislang unveröffentlichten Roman "Parallelwelten" bringt. Stille Bilder als Kontrast zu seinem Text "Alles zerfällt in Trümmer", in dem der große ungarische Autor sein Erlebnis der sowjetischen Invasion in Budapest beschreibt. Auch hier gibt es in zwei Varianten eine Vorzugsausgabe mit Originalabzug.
Übrigens haben sich Barbara Klemm und Péter Nadas im Oktober in Fellbach getroffen, wo in der städtischen Galerie das photographische Werk von Nádas gezeigt wurde und im Rahmen der Eröffnung auch unser Band präsentiert wurde.
Für dieses Steuersparjahr haben wir uns Bücher von Nuruddin Farah, Charles Simic und Walter Vogel vorgenommen, Details in Kürze, doch vorher noch: Für 2010, das Jahr ist ja noch jung, wünsche ich Ihnen helle Wege, Gesundheit und bibliophilen Nachwuchs in Ihrer Bibliothek:
Ihr Thomas Reche
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Neumarkt, am 12. Mai 2009, ein Hagel- und Gewittertag
Liebe Bücherfreunde,
weil Günter Kunert auch nach seinem 80. Geburtstag zu allerlei Vergnüglichem aufgelegt bleibt, soll hier ein Bildchen gezeigt sein, das kürzlich in Kaisborstel entstand, als der Verleger ihm eine Kiste neuer Bücher ins Haus brachte. Näheres dazu weiter unten... Und das auch nur als augenzwinkerndes Intermezzo, bevor ich Ihnen in Kürze das neue Buch von Wole Soyinka und Jürgen Brodwolf vorstellen kann. Bis dahin: Gute Zeit!
Ihr Thomas Reche |
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Neumarkt, am 24. Februar 2009
Liebe Bücherfreunde,
angesichts der Turbulenzen um uns herum wollen wir im Gehirnzirkus des Lesens keine Vorstellungen absagen, sondern mit großen Täterätä ein Buch von Günter Kunert ankündigen, das am 6. März pünktlich zum 80. Geburtstag des Autors erscheint: "Gestern bleibt heute" heißt der Band mit unveröffentlichten Erinnerungen an das Kriegsende in Berlin und ziemlich vergnüglichen Reflexionen des vitalen Autors. Paul Schaufe begleitet das Buch mit seinen Schwarzweißphotographien und zur Feier des Tages hat sich der Verlag für vier unterschiedliche Vorzugsausgaben entschlossen, denen signierte Originalabzüge auf Barytpapier beiliegen - eine inzwischen seltene Technik mit längerer Lebensdauer als manche Analyse der aktuellen Lage. Näheres dazu links unter dem Link für die Edition Refugium, in der das Buch als nunmehr 16. Publikation aufgelegt wird.
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Soviel in Kürze; wir machen weiter - und wie! Seien Sie herzlich gegrüßt!
Ihr Thomas Reche
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Neumarkt, im November 2008
Liebe Bücherfreunde,
die Buchmesse liegt hinter uns, über den regen Besuch von Abonnenten, Sammlern, Künstlern und Autoren habe ich mich sehr gefreut -- obgleich mir eher fern liegt, in einer überheizten Vierquadratmeterhöhle meine Publikationen zu präsentieren.
Übrigens gibt es allerhand Neues in der Edition Refugium zu sehen: Gerade eben hat Kurt Löb seine Zeichnungen zu den Army-Erinnerungen von Charles Simic abgeliefert, die eulenspiegelhaft und mit einer gehörigen Prise schwarzem Humor die Absurditäten seiner Wehrdienstzeit erzählen. Da geht es kunterbunt zu - im Text und in den Bildern von Kurt Löb.
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Rechtzeitig zur Buchmesse ist der Gedichtband "Verschollen" des australischen Lyrikers Les Murray erschienen, der eine Auswahl von Gedichten aus vierzig Jahren enthält und von Susanne Theumer mit sensiblen Radierungen begleitet wird. Nachfolgend sehen Sie den Innentitel des Buches; die Frontispizradierung liegt auch der Vorzugsausgabe bei.
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Es gibt ein paar Geburtstagskinder zu feiern, allen voran Les Murray, der dieser Tage 70 wird und Alfred Pohl, der 80 Kerzen ausblasen durfte und als Graphiker zum Urgestein des Verlages gehört. Was also lag näher, als die Feste auch bibliophil zu feiern: So entstand als Einblattdruck innerhalb der Reihe Jahresblätter ein sehr schöner Farbholzschnitt zu einem Gedicht. Das Format: 30 x 42 cm, Auflage 80 signierte und numerierte Exemplare, Bleisatz, Druck von Hand in fünf Durchgängen von Thomas Siemon, Leipzig. Diese Edition, für die es schon etliche Vorbestellungen gibt, kostet 80,00 Euro.
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Nobelpreisträger Wole Soyinka hat uns einen Essay geschickt, der unter dem Titel "Das erste Exil" über die Hintergründe von Verbannung und über Machtstrukturen reflektiert und von Jürgen Brodwolf mit Offsetlithographien bildnerisch gefasst wird. Dieses Buch wird im Frühjahr 2009 erscheinen; vorher, um die Rauhnächte herum, ist die Erzählung "Vor dem Tor" des aus Südafrika stammenden Nobelpreisträgers John Coetzee geplant, die Kurt Löb - er ist dem Alter zum Trotz in zeichnerischer Hochform - im Graphitzeichnungen umsetzte.
So rollt unser Einmannzüglein ungeachtet der wirtschaftlichen Turbulenzen von Bahnhof zu Bahnhof - und gerne nehmen wir Sie mit auf eine kleine Lesereise durch originalgraphische Kulissen. Im nächsten Jahr steigen zu: Nuruddin Farah, Barbara Klemm, Günter Kunert und noch ein paar mehr...
A propos Wole Soyinka: Gerd Meuer hat dem Autor in Lagos vor ein paar Tagen Dynamit überreicht (in einer ganz besonderen Form freilich, als Pepperocinopaste, weil der nigerianische Nationaldichter nicht nur ein scharfsinniger Denker ist, sondern auch ein Liebhaber würziger Speisen und - nicht nur nebenbei - ein Jugendfreund seines Übersetzers Gerd Meuer.
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Gerd Meuer hat nun in einer englischsprachigen Ausgabe kuriose Erinnerungen, Anekdoten, Emails und Aufnahmen versammelt, die jeden Leser Soyinkas entzücken werden, weil man so nebenbei erfährt, was Heiner Müller und Soyinka in Berlin machten, wie man den Dichter in Erlangen als Fahrraddieb verdächtigte, warum er nach erfolgter Signierarbeit für einen Neumarkter Kleinverleger nichts zu essen bekam und ohne Gerd Meuer mitunter ziemlich in der Tinte säße.
320 Seiten ist das Büchlein stark geworden, das Gerd Meuer zum Amusement der (afrikanischen) Leser vorgelegt hat - für deutsche Köpfe ist es nicht minder erheiternd. Es kann für 12,90 Euro erworben werden; alle Bestellungen leitet der Verlag direkt an den Autor weiter. Nachfolgend das Cover; Sie sehen: Eine ganz unübliche Publikation auf unserer Seite.
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Soviel für heute. Gute Zeit und sichere Wege durch den Nebelmonat!
Ihr Thomas Reche
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Neumarkt, im April 2008
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Liebe Bücherfreunde,
allerhöchste Zeit, diese Seite zu aktualisieren, zumal sich allerhand getan hat:
So erschien in der Edition Refugium der Gedichtzyklus „Ogun Abibiman“ des nigerianischen Nobelpreisträgers Wole Soyinka, der bislang als nicht übersetzbar galt. Der Autor half selbst mit bei der Klärung diffiziler Interpretationsfragen den Text betreffend, den er 1976 in London als unmittelbare Reaktion auf die Metzeleien von Soweto veröffentlichte und später in seiner Nobelpreisrede zitierte. Auch 2008 hat „Ogun Abibiman“ nichts von seiner Expressivität eingebüßt und aktuell ist er (leider) noch immer. Thomas Rug schuf dazu Kohlezeichnungen, die das bevorstehende Aufbrechen organischer Formen zeigen: „Powerful images!“ äußerte der Autor begeistert. Die Abbildung zeigt Soyinka beim Signieren in Berlin; hinter ihm Thomas Rug.
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Lange hat es gedauert mit der Publikation der Erzählung „Heute“ von Peter Nadas, die nun, als Großformat in Leinen gebunden, in der Edition Refugium vorliegt. Der große ungarische Schriftsteller, der auch als Fotograf internationales Ansehen genießt, hat zu seinem stillen Text begleitende Fotografien ausgewählt und zeigte sich sehr zufrieden über das sorgfältig im Duotonverfahren gedruckte Buch. Ein zweiter Band im übernächsten Jahr ist nun in Planung; Sie sehen uns beim Unterschreiben im Gombosszeg. |
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Die nächste Publikation, auf die ich Sie hinweisen möchte, betrifft einen Gedichtband: Erstmals stellt sich der australische Autor Robert Gray mit einer von Joachim Sartorius übertragenen Auswahl vor, die unmittelbar nach Erscheinen für Furore sorgte. Sie wurde vom SWR als besondere Empfehlung auf die Bestsellerliste gesetzt und ist nach sehr positiven Rezensionen in der FAZ (von Thomas Poiss) und im Tagesspiegel (von Volker Sielaff) wenige Monate nach Erscheinen vergriffen. Nur für neue Abonnenten sind noch Exemplare vorhanden; die Vorzugsausgabe geht ebenfalls zur Neige. |
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Als 50. und abschließender Band der Reihe Refugium wurde soeben die Erzählung „Breckpoot“ von Kurt Löb gedruckt und gebunden. Löb debutiert in dem Band als skurriler Erzähler – selbstverständlich hat er so formuliert, daß seine Lieblingsmotive zusammenkommen. Wenn auf 48 Druckseiten zwanzig Zeichnungen und Skizzen Platz fanden, dann spiegelt sich darin die zeichnerische Vitalität des 1926 in Berlin geborenen, 1939 nach Amsterdam emigrierten Illustrators. Müde wird er übrigens nicht, dazu bleibt keine Zeit, denn schon sitzt Löb an neuen Zeichnungen zu dem autobiographischen Band „Army“ von Charles Simic. Und für die an Kafka anlehnende Erzählung „Vor der Tor“ der australischen Nobelpreisträgers John M. Coetzee sind auch schon Studien entstanden. |
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So geht es weiter. Auf meinem Wunschzettel stehen außerdem Nuruddin Farah, Adam Zagajewski, Patrice Nganang und einige andere, die von ihrem bibliophilen Glück noch gar nichts wissen. Auf alle Fälle: Herzlichen Dank für Ihr Interesse und die Unterstützung eines ambitionierten kleinen Verlages, der dieser Tage sein zwanzigjähriges Jubiläum feiert.
Ihr Thomas Reche
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Liebe Bücherfreunde -
über Ihren Zuspruch und Ihre positiven Reaktionen gerade in den vergangenen Wochen und auf der Buchmesse habe ich mich sehr gefreut. Nun gibt es einige lesens- und betrachtenswerte Neuerscheinungen von Autoren vorzustellen, die zu den bedeutendsten der Gegenwartsliteratur zählen:
Edition Refugium
So erschien kürzlich ein Buch, das nicht nur in Veterinärkreisen für Begeisterung gesorgt hat: „Heilige Kühe" heißt der zweisprachige Gedichtband von Les Murray, dem großen australischen Poeten, den Johannes Beyerle mit Zeichnungen begleitet hat. Seamus Heaney, der irische Nobelpreisträger äußerte sich begeistert über den Band. Übersetzt hat die Gedichte Margitt Lehbert; das Buch erscheint zugleich in ihrer Edition Rugerup. Die Aufnahme zeigt den Autor mit Übersetzerin und Verleger beim Signieren eines neu in der Reihe Jahresblätter herausgegebenen Einblattdruckes.
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Der Nestor der Buchillustration, der 1936 von Berlin nach Amsterdam emigrierte Kurt Löb, beweist mit seinen sensiblen Graphitzeichnungen zu dem zweisprachigen Erzählband „Das Geheimnis des Glücks" von Charles Simic, daß er dem hohen Alter zum Trotz den Bleistift mit frappierender Sicherheit bewegt. Der Pulitzerpreisträger Simic war sehr angetan von dieser Publikation, weshalb vermutlich im nächsten Jahr ein neues Papierschiffchen dieses Tandems übers Büchermeer schaukeln wird. Das Photo zeigt den Autor während einer Lesung in Nürnberg; im oberen Umschlag neben ihm befindet sich das erste Exemplar unseres Buches...
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Ebenfalls zur Buchmesse konnte ich einen weiteren Band der Edition Refugium vorstellen: „Die Liebeszinsen" von John Ashbery mit Radierungen der jungen Künstlerin Claudia Berg aus Halle. Der Autor zählt zu den wichtigsten amerikanischen Lyrikern nach 1945 und wurde mehrfach für den Nobelpreis nominiert. Der zweisprachige Band enthält ausgewählte Gedichte aus mehreren Bänden des Pulitzerpreisträgers in der Übersetzung von Erwin Einzinger, zum Großteil in deutscher Erstveröffentlichung.
In Vorbereitung befindet sich der Gedichtzyklus „Ogun Abibiman" des nigerianischen Nobelpreisträgers Wole Soyinka; er erscheint mit großformatigen Zeichungen von Thomas Rug, Halle. Im Frühjahr 2007 ist die Erzählung „Heute" von Péter Nádas geplant; begleitet wird sie mit Schwarzphotographien des Autors, den Imre Kertész zu den besten Photographen unserer Zeit rechnet.
Reihe refugium
Hier erschien soeben die erotische Erzählung „Martha Mandolini" von Wolfgang Schmidt. Dieses Büchlein verdient insofern Ihre Beachtung, als sich mit Karl-Georg Hirsch und Kurt Löb zwei profilierte Buchkünstler des Textes angenommen haben und ziemlich deftige Zeichnungen beisteuerten. Als Nummer 49 folgt im Frühjahr 2007 ein Gedichtband von Manfred Peter Hein mit Radierungen von Katrin Hanusch, zuletzt die Erzählung „Breckpoot" von Kurt Löb. Damit endet diese Reihe, die über die Jahre so viele Freunde gefunden hat und unterdessen antiquarisch recht hoch gehandelt wird.
Nun aber: viel Freude beim Stöbern im Programm eines sehr kleinen Verlages, der schon im achtzehnten Jahr sein Schneckenweglein geht... |
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